Zuckendes Augenlied nach Sturz

(Nach dem Heilpraktiker Gesetz (HeilPrG) und in Anlehnung an die Entscheidung des http://www.medotrain.de/wp-content/uploads/2015/12/Oberlandesgericht-Düsseldorf-I-20-U-236_13.pdf sind Heilversprechen verboten! Hier finden Sie Beschreibungen von Behandlungen und keine Versprechen zu Heilungen)

Bild eines rechten Auges

Eine Patientin kam wegen Beschwerden in der Halswirbelsäule (HWS) in meine Praxis. Sie hatte sich bei einem Sturz auf ihren linken Hinterkopf verletzt als sie von einem Skifahrer angefahren worden war. Glücklicherweise hatte sie bei dem Unfall einen Helm getragen.

Die Anamnese ergab, dass das Umfallen nach links hinten auf den helmgeschützten Hinterkopf zu einer Art Schleudertrauma geführt hatte. In der Folge litt die Patientin unter Kopfschmerzen und Übelkeit, die immer wieder auftauchten. Eine Behandlung mit Halskrause und Schmerzmedikamenten hatte keine Abhilfe gebracht.

Vorsichtiges Mobilisieren der Schulter, der Halswirbelsäule, der muskulären Übergänge zum Kopf und eine craniosacrale Therapie führten zu deutlicher Besserung der Beschwerden.

Bei der Testwiederholung nach der ersten Behandlung waren die beschriebenen Einschränkungen fast vergangen. Die Patientin beschrieb dann jedoch, dass seit dem Sturz auch ihr rechtes Augenlied gefühlt wie verrückt zucken würde, dies aber auch vom Stress kommen könne.

Bei einem Sturz nach links hinten wird die rechte vordere Halsmuskulatur zur Vermeidung des Kopfaufpralls nach hinten stark angespannt. In dem Bereich dieser Muskeln liegt auch ein Nervenknotenpunkt (Ganglion) des sympathischen Nervensystems, das sogenannte Ganglion Cervicale Superior. Von hier aus ziehen Nervenfasern (u. a. durch das Gl. Ciliare) zum Augenlied, die eine Erweiterung der Lidspalte bewirken (Augenlieder weiter auseinander). Diese Nerven sind ein Gegenspieler zu einem Ast des VII Hirnnervs (N. Facialis über das Ggl Pterigopalatinum), der die Lider schließen lässt. Wenn beide Nervenanteile gegeneinander arbeiten, kommt es zum Zucken. Meine Vermutung nach der Erzählung war, dass der Halsanteil im Bereich des Ganglion Cervicale Superior rechts überreizt war und es deshalb zu dem unangenehmen, den Schlaf störenden Augenlidzucken kam.

Ich behandelte den Hals mit weichen fascialen Techniken nach Sutherland (BLT Balanced Ligamentous Tension), vor allem den M.Sternoclaido-Mastoideus, der in seinem Verlauf dem Ganglion nahe liegt, um der Region „wieder mehr Freiheit zu geben“.

Damit war die Behandlung vorerst beendet. Beim Verabschieden sagte die Patientin, dass das Zucken aufgehört habe.

Die intensive Beschäftigung mit der Anatomie, wie sie der Gründer der Osteopathie A.T. Still vorsieht, hatte mir ermöglicht, einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden herzustellen. So konnte ich entsprechend und nicht-invasiv die Vermutung in eine Behandlung umzusetzen. Ich habe mich sehr über die Reaktion des „behandelten“ Körpers gefreut.