LWS-Schmerzsyndrom sollte operiert werden

(Nach dem Heilpraktiker Gesetz (HeilPrG) und in Anlehnung an die Entscheidung des http://www.medotrain.de/wp-content/uploads/2015/12/Oberlandesgericht-Düsseldorf-I-20-U-236_13.pdf sind Heilversprechen verboten! Hier finden Sie Beschreibungen von Behandlungen und keine Versprechen zu Heilungen)

Haltungs- und Bewegungsdefizite können Druckkomponenten und Muskelverspannungen auslösen, die unbehandelt zu massiven Schmerzen in der LWS (Lendenwirbelsäule) führen können. Das Aufspüren solcher Defizite ist meine osteopathische Arbeit.

Ein 35-jähriger Ingenieur kam in meine osteopathische Praxis in Leonberg, um eine letzte fachliche Meinung einzuholen, bevor er sich wegen starker Schmerzen an der Lendenwirbelsäule (LWS) operieren lassen wollte. Der Mann war groß gewachsen und muskulös, aber man sah, dass in letzter Zeit der Sport gefehlt hatte.

Beweglichkeit der LWS durch starke Muskulatur eingeschränkt

Die Anamnese ergab unter anderem, dass er früher viel Kraftsport gemacht und auch an Wettkämpfen teilgenommen hatte. Er hatte während seiner aktiven Zeit keine Verletzungen, Operationen oder Unfälle gehabt. Bei meiner Inspektion fiel auf, dass bei der vorhandenen Muskulatur vor allem die Rückenstrecker im Lendenbereich extrem ausgebildet waren und eine Krümmung der LWS (Auflösen des Hohlkreuzes) beim Bücken nicht zuließen, obwohl die Bewegung nicht schmerzhaft war. Nur im Sitzen, Liegen und Stehen kamen die Beschwerden zum Vorschein.

Osteopathischer Befund diagnostiziert verkürzte Muskeln

Bewegungstests und Palpation ergaben, dass die Beinhebermuskulatur (M. Iliopsoas) verkürzt war und schmerzte. Das Zwerchfell war in seiner Atmungsfunktion eingeschränkt, die Bauchorgane waren hingegen unempfindlich. Weitere Tests ergaben, dass die dem Kraftsport geschuldeten stereotypen Bewegungen dazu geführt hatten, dass die untere Bauchmuskulatur insuffuizient, der Iliopsoas-Muskel verkürzt und deshalb die Rückenstrecker der LWS hyperton und somit auch insuffizient waren. Der ärztliche Befund dagegen hatte ausgesagt, dass sich das Schmerzsyndrom, das operiert werden sollte, aus einer Stenose (Verengung) zwischen den Lendenwirbelkörpern ergeben habe.

Osteopathische Behandlung von Rückenstrecker und Beinheber zur Entlastung der LWS

Meine osteopathische Behandlung bestand aus einer Detonisierung der Rückenstrecker und des M. Iliopsoas durch Fascientechniken beidseits, Anlernen von Flankenatmung sowie des richtigen Gebrauchs der Bauchmuskeln zum Entlasten der Lendenwirbelsäule. Der Patient verließ die Praxis schmerzfrei – schon das Aufstehen von der Behandlungsbank ging problemlos.

Haltungsfehler und Beweglichkeitsdefizite können Druckkomponenten und Muskelverspannungen auslösen, die unbehandelt in einem Schmerzsyndrom resultieren können. Teil meiner osteopathischen Arbeit ist das Aufspüren solcher Fehler und Defizite, das Erkennen von kausalen Zusammenhängen und die Behandlung von Ursachen.