Schulterschmerzen strahlen aus

(Nach dem Heilpraktiker Gesetz (HeilPrG) und in Anlehnung an die Entscheidung des http://www.medotrain.de/wp-content/uploads/2015/12/Oberlandesgericht-Düsseldorf-I-20-U-236_13.pdf sind Heilversprechen verboten! Hier finden Sie Beschreibungen von Behandlungen und keine Versprechen zu Heilungen)

Wenn Schulterschmerzen bis in den Nacken und ins Gesicht ausstrahlen, wird die Lebensqualität merklich beeinträchtigt. Manche Patienten finden erst nach langer Ärzte-Odyssee und zahlreichen konventionellen Therapien Hilfe durch eine osteopathische Behandlung. Hier lesen Sie den erstaunlichen Reisebericht einer Schulter.

Ein Patient, 40 jährig, kam auf Empfehlung von  weiter her nach Leonberg gefahren. Er hatte starke Schulterschmerzen, die in den Nacken – und seit neuestem in Ruheposition auch ins linke Ohr und Kiefergelenk – ausstrahlten.

Schulterschmerzen nach Muskelaufbau schlimmer

Die osteopathische Behandlung in meiner Leonberger Praxis begann er erst nach einer mehrjährigen Odyssee zu zahlreichen Ärzten und Orthopäden, verschiedenen physiotherapeutischen Anwendungen und intensivem Muskeltraining und Kraftaufbau, die den Schmerz besiegen sollten. Auch eine Schulteroperation stand zwischenzeitlich zur Diskussion. Die Anamnese gab nicht viel Aufschluss über die Ursache der weit ausstrahlenden Beschwerden. Der Patient hatte eine überwiegend sitzende Tätigkeit. Seinem Hobby, Tennisspielen, konnte er wegen der Schulterschmerzen nicht mehr nachgehen und seit dem verstärkten Muskelaufbau wurden die Schmerzen schlimmer.

Durch Entlastung von Narben im Bauch, war die Schulter sofort leichter zu bewegen

Bei der “Inspektion” (das ist das einfache Anschauen des Patienten) fiel auf, dass es der Patient vermied, sein Unterhemd auszuziehen. Bewegungstests ergaben eine freie passive Beweglichkeit der Schulter, bei aktivem Bewegen wich er aus. Beim Abtasten des Bauchraums (durch das Unterhemd hindurch) stieß ich auf Narbengewebe im linken Ober- und Unterbauch. Die notwenige Nachfrage ergab, dass sich der Patient im Alter von vier Jahren einen selbstverschuldeten Bauchdurchschuss zugezogen hatte. (Die Eltern hatten die Aufsichtspflicht veletzt.) Diese Schussverletzung im Bauch zog mehrere lebenserhaltende und später dem Wachstum geschuldete Operationen (OPs) nach sich. Ein Entlastungstest (Inhibitionstest) der Narben zeigte, dass dadurch die Schulter sofort um 80 % leichter aktiv beweglich war.

Gesamtheitliche Betrachtung ergab Spannungen im gesamten Oberkörper, die sich bis in die Schulter ausweiteten

Weitere Palpation führte zum Ergebnis, dass die Verschieblichkeit der Gewebe zwischen Haut, Bauchmuskeln, ventralem Bauchfell, Magen, dorsalem Bauchfell, dorsaler Muskulatur, der Haut und dem Zwerchfell postoperativ stark eingeschränkt war. Dadurch entwickelten sich im ganzen Oberkörper Schutzspannungen und Ausweichbewegungen, die sich schließlich in der Schulter und durch die Zunahme der Kraft, bis in Kopf und Kiefer ausweiteten.

Nach der ersten osteopathischen Behandlung bereits 50 % weniger Beschwerden

Die anschließende Behandlung der Narben von den oberflächlichen hin zu den tieferen Geweben sowie die Mobilisation der betroffenen Organe, Magen, Darm und Lunge mit Rippen, führte zu einer Verbesserung der Beschwerden beim ersten Mal um 50 %. Mit Hausaufgaben zum Mobilisieren der Narben sowie dem Weglassen des Muskelaufbaus, hatte sich die Besserung bis zum nächsten Termin gehalten. In vier weiteren osteopathischen Behandlungen wurden die Beschwerden auf 80 bis 90 % des ursprünglichen Schmerzes verbessert. Auf Grund der weiten Anfahrt habe ich den Patienten mit einem Bericht über mein Vorgehen zur Physiotherapie vor Ort „entlassen“.